Generation Z
10 Jan 2026

Ausbildungsabbrüche 2025: Warum wir die junge Generation endlich stärken müssen

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Der aktuelle BIBB-Report 2025 zeigt: Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt bleibt angespannt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2025 erneut um 2,1 % gesunken – auf 476.000 Neuabschlüsse, das sind 10.300 weniger als im Vorjahr. Besonders betroffen sind betriebliche Ausbildungen, während öffentlich finanzierte Verträge leicht gestiegen sind. Gleichzeitig bleibt die Vertragslösungsquote – also die Zahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge – mit rund 30 % weiterhin sehr hoch. Das bedeutet: Fast jede dritte Ausbildung wird vorzeitig beendet.

Die Gründe sind vielfältig: Überforderung, fehlende Selbstregulation, mangelnde Soft Skills, aber auch strukturelle Probleme wie Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage, schlechte Ausbildungsbedingungen oder psychische Belastungen. Besonders kleine Betriebe und das Handwerk sind überdurchschnittlich betroffen.

Was kostet ein Ausbildungsabbruch?

Für Unternehmen – gerade für Kleinunternehmer – ist jeder Ausbildungsabbruch teuer: Die Kosten für einen Abbruch im ersten Jahr liegen laut aktuellen Studien zwischen 9.000 und 20.000 Euro pro Auszubildendem, inklusive Neubesetzung und Recruitingkosten. Die durchschnittlichen Recruitingkosten pro Azubi liegen bei etwa 2.500 Euro pro Einstellung. Bei einer durchschnittlichen Abbruchquote von 30 % summieren sich die Kosten für einen kleinen Betrieb mit fünf Azubis schnell auf 45.000 bis 100.000 Euro pro Jahr.

Warum brechen so viele ab? Symptome statt Charaktereigenschaften

Viele in der Arbeitswelt – Ausbilder, Kollegen, Führungskräfte – beobachten: Junge Berufsanfänger wirken oft unmotiviert, machen sich keine Notizen, sind wenig kommunikativ, kommen zu spät oder scheuen das Telefonat mit Kunden sogar mit Kollegen. Schnell werden daraus Charakterurteile:

„Die wollen nicht arbeiten“, „die sind nicht belastbar“, „die können sich nichts merken“.

Doch das greift zu kurz.

Was wir sehen, sind keine Charakterfehler, sondern Symptome einer Generation, die in einer von Medien geprägten, sozial distanzierten Umgebung aufgewachsen ist. Die Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt. Digitale Kommunikation ersetzt echte Gespräche, Social Media prägt das Selbstbild, ständige Erreichbarkeit verhindert Erholung und echte Reflexion. Das Gehirn junger Menschen ist auf digitale Reize, schnelle Belohnungen und Multitasking trainiert – nicht auf Ausdauer, Geduld und direkte Kommunikation.

Persönliche Erfahrung: Was wirklich hinter den Zahlen steckt

Ein Kleinunternehmer erzählte uns, dass er in letzten Jahr drei junge Angestellte im Alter von 20 bis 23 an andere Firmen verloren hat – trotz guter Bezahlung, nettem Team und gutem Gehalt. Erst in unserem Gespräch mit der Belegschaft wurde klar: Zwei der jungen Mitarbeiterinnen fühlten sich nicht gesehen, hatten aber nicht den Mut, mit dem Chef über Veränderungen zu sprechen. Sie schrieben lieber eine Kündigung, als das direkte Gespräch zu suchen. Ein anderer Azubi kam immer zu spät, weil er sich morgens von Social Media nicht lösen konnte – und schämte sich dafür so sehr, dass er lieber schwieg, als um Hilfe zu bitten.

"Was wir brauchen, ist echte Kommunikation, Wertschätzung und Räume, in denen junge Menschen lernen, sich selbst zu regulieren, ihre Bedürfnisse zu äußern und Verantwortung zu übernehmen. Doch wie sollen sie das können, wenn sie in Strukturen aufwachsen, die echte Begegnung und offene Gespräche kaum noch vorsehen?"

Herausforderungen: Was der BIBB-Report 2025 offenbart

  • Hohe Abbruchquoten: 30 % der Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst, im Handwerk sogar bis zu 36 %.
  • Steigende Zahl junger Menschen ohne Abschluss: Knapp drei Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss.
  • Passungsprobleme: Angebot und Nachfrage passen immer weniger zusammen, viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt, während gleichzeitig viele Jugendliche keinen Platz finden.
  • Psychische Belastungen: Überforderung, Stress, Einsamkeit und mangelnde Resilienz nehmen zu – auch durch exzessiven Medienkonsum und fehlende analoge Erfahrungen.
  • Kosten für Unternehmen: Jeder Abbruch kostet Zeit, Geld und Nerven – und verschärft den Fachkräftemangel.

Der Weg nach vorn: Empowerment statt Stigmatisierung

Wir haben zwei Programme entwickelt, die genau hier ansetzen: ANALOG:KOMPASS – Prävention und Empowerment für junge Erwachsene und unser REAL:B Summit

Unser Ansatz:

  • Medienkompetenz und Selbstregulation stärken: Junge Menschen lernen, ihren Medienkonsum zu reflektieren und bewusst zu steuern.
  • Soziale und emotionale Resilienz fördern: Durch echte, analoge Erlebnisse und Teamarbeit werden Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Selbstwirksamkeit gestärkt.
  • Arbeits- und Lernstrategien vermitteln: Praktische Tools helfen, sich zu organisieren, Prioritäten zu setzen und Verantwortung zu übernehmen.
  • Bindung ans Unternehmen erhöhen: Durch Teamentwicklung, Wertschätzung und echte Teilhabe bleiben junge Mitarbeitende länger im Betrieb.

Wissenschaftlich belegt: Interaktive, reflexionsbasierte Lernprogramme steigern nachweislich die Sozialkompetenz, Selbstwirksamkeit und Bildungsintegration junger Menschen – um 30 % und mehr.

Der REAL:B Summit ist das innovative Event für Auszubildende und junge Mitarbeitende aus allen Branchen. Hier stehen echte Balance, Resilienz und soziale Kompetenz im Mittelpunkt – praxisnah, interaktiv und wissenschaftlich fundiert. "Mit unserem branchenübergreifenden Event lernen die Teilnehmer noch besser ECHTE Kommunikation und mit anderen zu verknüpfen"

Quellenübersicht

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